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Browser-PGP vs GPG auf dem Desktop — wann welches verwenden
GnuPG ist der Goldstandard für ernsthaftes Schlüsselmanagement. Ein Browser-Tool gewinnt bei Ad-hoc-Verschlüsselung und auf Geräten ohne Root-Zugriff.
GnuPG (GPG) ist die kanonische PGP-Implementierung — seit 1997 im Einsatz, von paranoiden Sysadmins geprüft, in Paketmanager, Mail-Clients und Signaturinfrastruktur integriert. Ein Browser-Tool ist etwas anderes. Sie ergänzen sich für unterschiedliche Aufgaben.
GPG auf dem Desktop
Stärken: dauerhafter Schlüsselbund, Hardware-Token-Integration (YubiKey, Nitrokey), Kommandozeilen-Scripting, jahrzehntelange Prüfhistorie, Mail/Paket/SSH-Integration. Wer täglich signiert oder verschlüsselt, kommt hierher.
Schwächen: erfordert Installation, Adminrechte, steile CLI-Lernkurve. Kann nicht auf einem ausgeliehenen Laptop oder Chromebook laufen.
Browser-PGP (diese App)
Stärken: keine Installation, läuft überall mit einem Browser, arbeitet offline als PWA, kein Admin erforderlich. Gleiche Kryptobibliotheksqualität (OpenPGP.js ist geprüft). Nützlich zum Lernen, als Backup-Kanal, für schnelle Einzel-Verschlüsselungen.
Schwächen: kein dauerhafter Schlüsselbund über Sitzungen hinweg; keine Hardware-Token-Integration; Vertrauen hängt von der Integrität des ausgelieferten HTML/JS ab (gemildert durch HTTPS, CSP, PWA-Caching).
Empfehlung
- Täglicher Nutzer mit sensibler Arbeit — GPG mit Hardware-Token. Browser als Fallback.
- Gelegentlicher Nutzer, der alle paar Monate verschlüsselt — Browser-Tool reicht.
- Unterwegs mit ausgeliehenem Laptop — Browser-Tool im Air-Gap-Modus.
- Quelle, die erstmals einen Journalisten kontaktiert — Browser-Tool aus öffentlichem WLAN, Journalist entschlüsselt mit GPG.
Sie stehen nicht in Konkurrenz. Sie sind verschiedene Formen für verschiedene Tage.